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Börse erlernen Trading

Patient Kopf – das Börsenirrenhaus!

Mit diesem Artikel möchte ich mittels Storytelling versuchen, dir, dem angehenden Trader, näherzubringen, was dich übergeordnet an der Börse erwartet, womit du kämpfen und wogegen du sehr oft verlieren wirst, ob du all Dem gewachsen bist oder du über deine eigene Willenskraft stolperst.

Die Masterfrage

ist, ob du aufgibst oder den Willen zeigst, an deinen Fehlern zu wachsen, du deine Psyche kontrollieren willst oder du dich von ihr kontrollieren lässt. Ersteres wird dir früher oder später die erhoffte andauernde Rendite verschaffen, je nach dem wie lang du brauchst deinen Geist selbst zu kontrollieren.

Einleitend

Bevor du beginnst diesen Beitrag zu lesen, versuche dir dafür Zeit zu nehmen, denn wenn du das Geschriebene so „zwischendurch“ liest, wird der erhoffte AHA-Effekt nicht eintreten. 

Viele Jahre nun bin ich an der Börse unterwegs, zuerst passiv, dann aktiv aber völlig überfordert und nur verlustbringend, schlussendlich jedoch profitabel, weil ich nicht aufgegeben und hinterfragt habe, warum ich Geld verloren habe. Ich habe gelernt, meinen Geist zu kontrollieren. Natürlich verfällt man immer wieder mal in alte Muster zurück, schliesslich ist man Mensch, aber es ist nicht von Dauer und wirft dich im Ganzen nur kurzzeitig zurück, da noch einige andere Schutzmechanismen greifen (zum Beispiel: Diversifikation, Risikomanagement, getrennt gehaltene Anlagezeiträume).

Für so manch erfahrenen Börsianer ist so eine Auffrischung nie verkehrt, vielleicht schmunzelt man etwas und denkt ehrfürchtig an seine ersten Gehversuche zurück, denn jeder hat mal angefangen.

Dieser Artikel bezieht sich mehr auf den Aspekt des Tradings, er hat also nur bedingt mit Investieren zu tun, kann aber dennoch, abgeleitet auf die längeren Zeiträume, angewendet werden.


Und täglich grüßt

das Murmeltier…

… oder ein wohl bekanntes Muster, was jedem widerfährt

Es gibt in den WWW-Weiten so wahnsinnig viel Material, Blogs über die besten Strategien, die Setups und alle die Handelspläne, die zu schnell einfacher Profitabilität verleiten sollen. Leider ist das ein Märchen, denn ein Video geschaut, einen Blog gelesen, 2,3 Trades gemacht wird dich nachhaltig nicht dazu führen.

„Ich zocke nicht‘‘ – das wird immer als erst genannt. Die vielen auferlegten Regeln, die man sich so setzt, sollen dich ja vor dem Unheil deiner eigenen Dummheit schützen.

Die Krux ist nur, sie werden dich nicht schützen – zumindest am Anfang – du wirst so viele „Dummheiten“ machen, dass du sie gar nicht mehr zählen kannst. Zu Beginn wirst du dir sagen: „Mist, doof gelaufen, aber nicht so wild, meine Positionen sind ja nur klein, mich schmerzen ja sogar die Gebühren‘‘…

Warum wirst du Dummheiten machen? 

Ganz einfach, es sind nicht deine Regeln!

Du hast noch gar keine Erfahrungen gesammelt die dir helfen können, um ein individuell auf dich abgestimmtes Regelwerk zu erstellen. Meist hast du sie irgendwo gelesen oder ein erfahrender Börsianer hat dir seine eigenen Regeln verraten. Sie werden dich aber nicht voranbringen, sie entspringen nicht deinen Erfahrungen, deinem Geist.

Ich bin mir also absolut sicher, du wirst Dummheiten machen.

Im schlimmsten Fall gar so viele, dass du „Haus und Hof“ aufs Spiel setzt, auch wenn deine Positionen noch so klein sind, welche du lobenswerterweise erstmal fixiert hast in „deinen“ Regeln.


Ein Spaziergang durch das Irrenhaus

Vielleicht kennst du den Begriff „Marktpsychologie‘‘ – denn das ist schon einmal der wichtigste Aspekt:

Börse ist zu 90% Psychologie. Weitere 5% sind Disziplin (dazu zählen auf jeden Fall deine Regeln, wie „ich gehe nur kleine Positionen ein‘‘). Die restlichen Prozente verteilen sich auf das tatsächlich erlernte Wissen, die Charttechnik und ja, auch auf das Glück. Nur man darf sich auf Letzteres nicht verlassen, sonst ist man verlassen. 

Damit du das richtig verstehst, gehen wir mal zusammen im Geiste in ein imaginäres Irrenhaus, so dringen wir ein wenig tiefer in das Wesen der Börse ein. 

Deine Regel über die kleinen Positionen ist hier also schon mal super – doch wehe dem, die Börsenpsychologie kommt dir in die Quere, dann wirst du mitten im Stress, welcher in dir aufkommen wird, alles über den Haufen werfen und dich einfach auf das Glück verlassen – du beginnst zu „Hoffen’’. Das ist ähnlich einem Szenario, wenn ein Boxer von seinem Gegenüber in die Ringecke gedrängt wurde. Und das kann viel schneller gehen, als du jetzt vielleicht glauben magst…

Beginnen wir also unseren gedanklichen Spaziergang über das Börsenparkett, um zu sehen, wie so etwas geschehen kann.

Achso, Moment, die Börse ist natürlich kein übersichtlicher Ballsaal mit einem edlem Holz-Parkett, wo die Akteure sich entspannt, tänzelnd bewegen und Nettigkeiten austauschen. Sie ist eher ein Bienennest wo jede wild umherfliegende Biene einzeln ihrer Tätigkeit nachgeht.

Börse ist die reine Wahrheit!

Im Alltag, im Berufsleben, gar in der Beziehung/Ehe kommst du mit Halbwahrheiten gut durchs Leben, es ist manchmal sogar besser ohne die reine Wahrheit. An der Börse klappt das nicht!

Auch das Bienennest erklärt es nicht so ganz, nur manchmal passt es, es klingt für meinen Geschmack nach zu sehr „Wohlfühlfaktor in einer hübschen, bekannten und wenig veränderter Umgebung‘‘, wo jeder für ein gemeinsames Ziel arbeitet. 

Verworren & unlogisch

Es ist viel mehr wie in einem Irrenhaus, mit vielen verschachtelten Gängen, versteckten Räumen, allerdings ohne genaue Beschilderung. Man müsste ein eigenes Navigationssystem entwickeln um sich da zurecht zu finden. Vielmehr gibt es da nur vereinzelte Wegweiser, mit wagen und groben Richtungen wie:

  • „zu den Aktien‘‘
  • „zu den Rohstoffen‘‘
  • „zu den Währungen‘‘
  • „zu den Anleihen‘‘

Manchmal gibt es auch kleine unscheinbarere Wegweiser wie zum Beispiel: „hier zu den Aktienkategorien‘‘ – sie liegen versteckter zwischen den Hauptgängen, aber enden vorerst in scheinbaren Sackgassen.

Aber aufgepasst, überall in den Ecken lauert ein „Irrer‘‘ – wir nennen ihn Iwan – der verzweifelt seine Medikamente sucht und dabei völlig willkürlich merkwürdige Dinge von sich gibt.

Und weil die Börse eben Massenpsycholgie und es deswegen entsprechend herrlich unlogisch ist, laufen natürlich überall in den Gängen und den Räumen die Pfleger – die Lakaien der Aufseher – umher, die in dieser Analogie wohl offensichtlich nichts Gutes vorhaben. Du weisst das sie da sind, sie treiben dich ständig wieder durch die Gänge wo all die Irren Iwans lauern. Sie sind immer mit ihren Spritzen auf der Suche nach den vielen Iwans um ihnen ihre Medikamente zu geben. Das Verrückte ist nur, man muss dabei aufpassen das man nicht verwechselt wird, denn sie schleichen sich von Hinten an, sie überraschen dich, du siehst sie also gar nicht, wenn, dann ist es meist zu spät… 

Vom Ivan, dem Pfleger und einer Spritze

Da sitzt du nun, einsam vor deinem Computer oder betrachtest das Handy, beobachtest deine Trades, siehst weder Iwan noch die Pfleger.

Aber du hörst Iwan, ständig flüstert einer von ihnen in dunklen, versteckten Ecken: „du hast zu kleine Positionen, dass lohnt doch gar nicht, die Gebühren sind doch viel zu hoch‘‘

Ganz leise suggeriert dir Iwan, dass es jetzt an der Zeit ist, den nächsten Schritt zu gehen, du hast bisher ja gut getradet und Gewinne eingefahren.

Du hast es also drauf!

Am Anfang wird das Geflüster, recht leise sein, du schaffst es sogar es zu überhören, schliesslich hast du Regeln! Doch es wird der Punkt kommen, da wird Irrer Ivan immer lauter und lauter, es bohrt sich in deine Gedanken und fördert die Gier nach mehr, nach dem einen lukrativen Trade, nachdem du garantiert auch nichts mehr machst für heute.

Iwan zwing dich so zu einer Entscheidung, hörst du auf ihn, vergrößerst du deine Position oder rennst du aus dem Irrenhaus raus um erstmal lieber beobachten. Das Problem ist, hörst du Irren Iwan immer lauter, sind auch meist die Pfleger mit ihren Spritzen nicht weit.

Beim Flüchten vor Iwan – weil du ja deine Regeln nicht mißachten möchtest – erwischt dich aber der Pfleger völlig überraschend und spritzt dich mit der Medizin, die eigentlich für Ivan gedacht war. Und die Wirkung des Medikaments hat auf dich leider eine andere Wirkung als bei Ivan, schliesslich bist du gesund und Irrer Ivan ist krank.

Du spürst plötzlich ein mächtige Kraft in dir, dein Selbstvertrauen lässt dich Mauern einreisen, das Verlangen nach „das Ding hol ich mir jetzt‘‘ steigt ins Untermeßliche, die Wahrheit wird immer subjektiver (da gab es mal einen, da hieß es alternative Realitäten ?)

GIER!

Du wurdest infiziert, denn das Medikament bewirkt bei dir Gier!

Somit wirst du wieder und immer tiefer in die Wirren des Irrenhauses hineingezogen, plötzlich verstehst du sogar die vorher schrägen Zusammenhänge von den Iwan ständig spricht…


Der Teufelskreis beginnt

Du ahnst, wohin das läuft, denn du hörst auf Irren Ivan und vergrößerst deine Position.

Wenn der Faktor Glück dich jetzt schon verlassen hat, kann es sein, dass es jetzt schon ohne Umwege zur Zielgerade „platt machen’‘ geht.

Das wäre zwar sehr bedauerlich, aber es ist doch eigentlich nur halb so wild. Du bist jung, du kannst dir wieder neues Startkapital besorgen, wenn du es dir erarbeitet hast – zumindest wenn die Wirkung des versehentlich bei dir verabreichten Medikaments weiterhin stark bleibt.

An diesem Zeitpunkt gerätst du wieder zum Anfang des skizzierten Teufelskreises. Du denkst, du seist besser geworden – aber der Ablauf ist jedes Mal derselbe: Deine erstellten Regeln, werden jedesmal gebrochen, weil du auf Irren Ivan hörst. 

Ist das Glück dir immer noch hold, gewinnst du auch mit den größeren Positionen ein paar Mal. Getriggert durch die Gier (die verabreichte Spritze), wirst du sicherer und kommst schlussendlich zu der Überzeugung, dass Ivan Recht haben muss; ich habs wirklich und echt drauf!

Viel Zeit ist vergangen

Kein Einblick durch Mama, Freundin oder Kumpel

Einige Zeit ist ins Land gezogen. Vielleicht bist du auch im „richtigen‘‘ Leben weiter vorangekommen, du hast gewisse Erfolge sowohl privat als auch in der Arbeit gefeiert. 

Deine Persönlichkeit hat sich gestärkt und du bist selbstbewusster geworden, auch durch deine schnelleren Erfolge beim Trading zu was zu kommen mit den größeren Positionen.

Genau dann läuft es plötzlich nicht mehr mit der gedachten Union zwischen dir und dem Markt.

Deine Verluste häufen sich, zuerst kleiner – entweder weil die Märkte entgegen deiner Einschätzung drehen oder weil du die feste Überzeugung hast, das dein System stimmt und du abgelenkt wurdest.

Das richtige Leben hat dir mittlerweile beigebracht, dass man dass Glück auch mal erzwingen muss, man muss nur alle Widerstände eisern bekämpfen um der Fels in der Brandung zu sein.

Da werden dann mal schnell Stopps bzw. Absicherungen weggelassen oder missachtet. Du gehst immer öfter noch größere Positionen ein, Verlustpositionen laufen immer tiefer ins Minus ohne Absicherung, weil man es ja eigentlich drauf hat und es immer geklappt hat so. 

An diesem Punkt beginnt der Teufelskreis nicht von vorn sondern er endet. Denn an der Börse kann man nunmal nichts erzwingen. Gestandene Manager und Unternehmer erleben an diesem Punkt ebenso spektakuläre Pleiten, wie der blutjunge Student.

Über diese SCHMERZHAFTEN Verluste kann und will man nur mit niemandem reden. Die Eltern, die Freundin, der Kumpel, alle die nichts mit der Börse zu tun haben, werden das nicht verstehen können, was genau in dir vorgeht. Sie werden dir sagen: „Börse ist nur Gezocke, kein Wunder das du dein Geld verloren hast‘‘.

Schmerzhaft ist mit Absicht gross geschrieben, denn es entscheidet jetzt über deinen weiteren Weg an der Börse. Willst du es dir selbst beweisen, in dem Irrenhaus bleiben, dein Navigationssystem entwickeln um die neue Räume zu erkunden, vielleicht auch die vorhandene Wegbeschilderung ergänzen und deutlicher kennzeichnen oder willst du alles von der Seite betrachten, zu sehr schmerzen dich doch diese Erfahrungen. Den Stress des ständigen Auf- und Ab’s, gefühlt immer am Hoch zu kaufen und am Tief zu verkaufen, so selten den idealen Ein- und Ausstieg zu erwischen (der offiziell nur Glückssache ist), verkraftest du einfach nicht. 


Eine Auszeit am Seitenrand

Deine Kraft, dein Selbstbewusstsein, sogar deine Gier hat nachgelassen, die Spritze wirkt offenbar nicht mehr, die vielen Irren Iwans sind still geworden, entsprechend sind auch die Pfleger mit ihren Spritzen verschwunden.

Die Stille und die fehlende Aktion verunsichern dich, du möchtest nichts mehr traden, du bist dir nicht sicher ob der Trade klappen würde, daher verlässt du um durchzuatmen das Irrenhaus und trittst an den Seitenrand oder willst gar nichts mehr mit diesem Irrenhaus zutun haben, die geheimnisvollen Wege da drinnen, interessieren dich nicht mehr, du hast Angst vor ihnen oder die Wut über die Verluste ist unerträglich.

Sollte die Gier jetzt noch etwas wirken, denn dir ist trotz des Schmerzes bewusst geworden, dass der Börsenhandel ein notwendiger Schritt ist heutzutage, gehst du zum Seitenrand (in den Vorgarten). Da tummeln sich auch die meisten „Börsenopfer‘‘. Sie alle spüren immer noch diese Gier, sie fühlt sich aber bedachter, vernünftiger an, deshalb beobachten die Meisten am Seitenrand erstmal für eine nicht all zulange Zeit.

Der Seitenrand ist quasi der Vorgarten vom Irrenhaus, viele Bäume, imposante Berge, saftiges Gras, viel frische Luft unter freiem Himmel mit tollem Ausblick herrscht hier, Vögel zwitschern – ein Paradis wo man sich auch lange wohlfühlen könnte.

Hier triffst du – neben den üblichen Börsenopfern – auch andere wundersame Gestalten an, die zwar mit den typischen Zeichen der Börse „gebranntmarkt‘‘ sind, sie sich aber trotzdem für den andauernden Wohlfühlfaktor im eingangs erwähnten Bienennest entschieden haben. Am interessantesten in dieser Gruppe ist, dass du hier wahnsinnig viele und spannende Gerüchte und noch mehr gute Ratschläge hörst. Die Vögel zwitschern es von den Bäumen, jede Menge ultimative Ideen, Tipps für unfehlbare Handelssysteme und Methoden die dich ZUM SCHOTTER führen. Diese Gerüchte manifestieren sich natürlich auch bei den üblichen Börsenopfern, je nach dem, wie lange man im Vorgarten verweilt und die Aussicht genießt.

Ein nicht minder gefährlicher Ort

Das größte Problem ist:

All die Tipps kommen von denen, die scheinbar die gleiche Geschichte haben wie du und hier gestrandet sind, aber sich gar nicht mehr damit auseinandersetzen möchten, jemals wieder einen Irren Iwan zu ignorieren.

Wären all die empfohlenen Systeme perfekt, wären die Empfehler nicht in diesem Vorgarten anzutreffen. Und würdest du eine Weile in diesem Garten bleiben, würdest du feststellen, dass immer und immer wieder die gleichen Leute auftauchen, mit noch besseren Tipps aber der gleichen Geschichte.

Doch eigentlich ist dieser Seitenrand-Garten ein himmlischer Ort. Hier wurden noch nie strenge Pfleger mit gefährlichen Spritzen & die ständig flüsternden Irren Ivans gesehen. Hier findest du viele „clevere Leute“ und auch die sonst nie gesichteten Aufseher triffst du hier an. Sie sind dort und mimen den erfahrenen Ratgeber für die ständig neu herbeiströmenden Pausengänger. Zunächst sind sie alle dankbar, endlich jemand mit dem man sprechen kann, sie hören zu und wissen wovon du eigentlich redest, haben auch auf alles ein Antwort parat. Leider können dir die wenigsten aber wirklich weiterhelfen, es sind alle samt gescheiterte Versuche.


Neue Blickwinkel oder alte Stolperwege

Die meisten verstehen recht schnell das dieser so himmlisch anmutige Garten, eigentlich der gefährlichere Ort von Beiden ist.

Denn hier ist eine Sackgasse!

Über das Reden wird man hier nicht hinauskommen. Du musst also schnell wieder weg, sonst bleibst du da ebenso der Gefangene deines eigenen Kopfes. 

Dir bleiben also nur 2 Möglichkeiten: 

  • Entweder gehst du gestärkt zurück ins Irrenhaus, hast mehrerer gute Ideen für dein „Navigationssystem‘‘
  • oder du kehrst diesem gesamten Abschnitt den Rücken zu und verbuchst es unter gelitten, erfahren, NIE WIEDER! 

Was also sollst du tun? 

Es gibt Unendlichkeiten an Ratschlägen, guten Systemen, vernünftige Strategien – hier sind erst einmal drei der wichtigste Grundsätze: 

(Sie lesen sich banal, aber das Einfache ist oftmals immer das Schwerste, vorallem an der Börse) 

1. Erkenne dich selbst!

Dieser langweilige Standardspruch eines jedes Esoterikkurses gilt für dich als zukünftigen waschechten Börsianer wortwörtlich. Du musst so sauehrlich zu dir selbst sein, dass du dich selber schlagen könntest.

Das Wichtigste ist, unbedingt herauszufinden, was dir liegt – in welcher Herangehensweise du dich wohlfühlst, der fundamentale Zahlenkram oder die Charttechnik? Buy & Hold? Ein swingen zwischen den Aktienkategorien oder Newstrading, gar Scalping? Es gibt etliche Möglichkeiten und natürlich musste du etliche davon selbst ausprobieren, damit du das Passende für dich herausfindest.

Misstraue dabei selbst gutgemeinten Ratschlägen! Denn was für andere taugt und sie vielleicht sogar überaus erfolgreich macht, kann für dich genau das Verkehrte sein. Prüfe, teste alles (!) aus, und frage dich stets, ob du dich mit den jeweiligen Umständen auf Dauer wohlfühlen kannst. Nur wenn du diese Frage eindeutig mit „Ja“ beantwortest, kann es sein, dass du das Richtige für dich gefunden hast.

Das klingt nach einer Menge Arbeit und das ist es auch. Aber jemand hat mal gesagt: Börse ist ein Job wie jeder andere auch – man kann ihn also lernen. Aber jede Lehre dauert mindestens drei Jahre; und das gilt eben auch für die Börse (hier sind es sogar eher mehr). Mache dir also keine Illusionen, dass es leicht wird!

2. Lerne zu verlieren!

Niemand verliert gerne. Im „richtigen“ Leben ist Verlieren ein Makel. Nur die Gewinner werden gefeiert. Wer im Endspiel der Fußball-WM verliert, ist zwar Vizeweltmeister, aber darf sich dafür keinen Stern aufs Trikot nähen und wird von der Masse schnell vergessen. Ähnlich ist es in der Schule, im Job oder in der Politik. Deshalb wurmt uns ein Verlust sehr häufig und erzeugt negative Gefühle.

An der Börse sind Verluste aber normal. Sie gehören dazu, weil man eben nicht immer gewinnen kann. Hier musst du unbedingt den üblichen jahrelang eingetrichterten Gesellschaftsschrott ablegen und dein Gehirn umprogrammieren. Der Verlust an der Börse ist also kein Makel. Er darf daher auch keine negativen Gefühle in dir erzeugen! Negative Gefühle provozieren falsche Handlungen, sie führen zum Beispiel dazu, dass du deine Regeln nicht befolgst.

Es ist also an der Börse überlebenswichtig, Verluste emotionslos zu betrachten. Das bedeutet nicht, dass du sie ignorieren oder auf die leichte Schulter nehmen solltest. Ganz im Gegenteil: Sie sind enorm wichtig, denn sie lehren dich, was für dich richtig und was für dich falsch an der Börse ist.

3. Kaufe billig, verkaufe teuer

Diese dritte Weisheit erscheint auf den ersten Blick so unglaublich simpel. Man möchte unwillkürlich ausrufen: Ja, wenn es doch so einfach wäre! Sie beinhaltet aber tatsächlich das größte Geheimnis des Börsenerfolgs und natürlich alle seine Komponenten: Ein funktionierendes System, eine wirksame Verlustbegrenzung, richtige Einstiege und – noch viel wichtiger – die richtigen Ausstiege.

Aber dieses „Geheimnis“ lässt sich nicht so ohne weiteres mit Worten vermitteln. Der wahre Kern dieser scheinbar so simplen Weisheit erschließt sich meist erst nach vielen Jahren, in denen man sich mit soviel anderen Dingen herumgeschlagen und getestet hat.

Fazit

Börsenaltmeister André Kostolany sagte einmal:

„Das an der Börse verdiente Geld ist Schmerzensgeld: Erst kommt der Schmerz, dann kommt das Geld.“ Erst dieser Schmerz zwingt dich, dass Richtige und das Wichtigste über die Börse zu lernen:

Wie bekommt man die eigene Psyche in den Griff! 

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4 Antworten auf „Patient Kopf – das Börsenirrenhaus!“

Nabend,
Ich muss gestehen ich bin ein völliger Anfänger und beschäftige mich erst seit kurzem mit dem, “Irrenhaus”. Als ich Ihren Bericht gelesen habe wurde mir mit jedem Absatz etwas mulmiger. Doch nachdem ich alles gelesen hatte, sehe ich viele Sachen jetzt mit ganz anderen Augen und verstehe einiges besser. Ich hab vorallem verstanden das ich noch viel viel zu lernen habe und mich auch in Geduld üben muss. Danke

Hallo Michael,

Vielen Dank für deinen Kommentar. Ich freue mich sehr wenn dir damit geholfen wird, über Dinge und über dich selbst nachzudenken – das ist der 1. und wichtigste Schritt auf deinem Weg an der Börse. Es geht jedem so, du bist also nicht allein. ?

Hauptsache man kann reflektieren über sich selbst und seine Fehler und optimiert sich ständig, dann ist der Erfolg praktisch absehbar.

Sehr schön bildhaft erklärt! Ich erkenne mich wieder und es wird sicher jedem Trader so gehen. Ich habe Jahre gebraucht um zu lernen, dass ich nicht jeden Tag irgendwas traden muss, es kann auch mal nichts passieren und dann ist es besser für die Tradingrendite nichts zu tun…

Auch das Einschätzen von Zeit an der Börse im Tradingkontext muss man fühlen, um es zu lernen, es kann auch mal Wochen gegen eine Position laufen, wer hier die Stopps ignoriert tradet einfach nicht, er hofft, das Kapital ist gebunden und dann kann man keine Chancen mehr wahrnehmen und bindet immer mehr Kapital in uralten Verlustpositionen… man muss schon lange lernen, um das Traden als Disziplin profitabel umzusetzen und gut einschätzen zu können wie lange auch langfristige Trendfolgen andauern.

Auch beim Gefühl, „ich hab’s drauf“ erkenne ich mich wieder, grade am Anfang, wenn man es so ein wenig drauf hat, paar Erfolge gefeiert hat, dann kann man die Ur danach stellen, wenn die Börse dir genau wenn du das Risiko schön immer weiter erhöhst mal zeigt was Demut bedeutet!

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