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Sentiment-Shift von Growth zu Value

Die expansive Geldpolitik hat mit dem Corona Tief und der damit einhergehenden Veränderung des Leitzinses der Fed auf 0% mutmaßlich seinen Hochpunkt gefunden. 

Eine derartig starke Gegenbewegung nach einem Crash innerhalb weniger Wochen, gefolgt von neuen ATHs ist bisher einzigartig. Ebenso die Renditen der Growth Aktien, die nebenbei bemerkt an 99/00 erinnern. 

Der Einfluss des Zinszykluss

Es stellt sich die Frage wieso gerade diese Werte so deutlich davon profitiert haben. Die meisten Growth Werte, wir nehmen als konkretes Beispiel Tesla, sind nicht profitabel und müssen sich deshalb stetig refinanzieren.
Das ist kein Problem, solange die Zinsen niedrig sind und zudem Eigenkapital Zuflüsse durch Käufe der Aktien vorhanden sind. Ändert sich diese Tatsache allerdings – früher oder später wird und muss sie das, um den Wirtschaftszyklus am Laufen zu halten – dann wird es schwerer für diese Unternehmen sich zu refinanzieren und die zusätzlichen Kosten des Fremdkapitals drücken enorm auf die Bilanz. Diese sieht entsprechend schlechter aus und animiert weniger Investoren Firmenanteile (Aktien) zu kaufen oder sogar die im Besitz befindlich abzustoßen.

Das Gegenteil ist bei Value Aktien der Fall. Wir nehmen als Beispiel Walmart. Hier werden solide Gewinne eingefahren, auch wenn es keine spektakulären Neuheiten und somit rasante Kurssprünge geben wird. 
Neben dem Zinsargument kann man nun auch das Inflationsargument bringen. Dabei muss unterstellt werden, dass die Inflation bewusst klein gerechnet wird, indem viele Komponenten nicht einberechnet werden, wie die folgende Grafik zeigt.

Wie wir gesehen haben sind in den letzten Monaten die Rohstoffpreise rasant gestiegen. Diese Preissteigerung müssen Unternehmen an Kunden weitergeben um ihre Gewinnmargen halten zu können.

Der Unterschied in den Margen

Das ist nachvollziehbarerweise bei Gütern des täglichen Lebens, also Lebensmitteln oder Kleidung, deutlich einfacher als bei reinen Konsumgütern wie Autos, Handys oder Schmuck. Auf diese Konsumgüter können die Menschen verzichten, aber auf die Güter des täglichen Lebens nicht. Deshalb kann die Marge in Value Unternehmen gehalten werden, mutmaßlich in Growth Unternehmen aber nicht. 
Dieser Artikel geht bewusst wenig in die Tiefe und soll lediglich einen kleinen Denkanstoß liefern, insbesondere für Anleger aus meiner Generation, die ihr gesamtes Börsenleben nur das Motto „Stonks only go up and Tech only goes up“ kennen.
Ich empfehle zum Verständnis der Zinszyklen das folgende YouTube Video von Ray Dalio. Ein schönes, einfach gestaltetes Video, das dennoch sehr viel Input liefert. 


Danke fürs Lesen und verfolgen dieser toll gestalteten Seite!

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